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Nachdem Arnold Sager einige
Jahre mit seinem Modell des sowjetischen Eisbrechers Lenin im Maßstab 1:50
Erfahrung mit bemannten Modellschiffen sammeln konnte, reifte der Entschluss ein
noch größeres Modellschiff zu bauen, das auch mehreren Personen Platz bieten
sollte. Als er dann einige Fotos des Passagierschiffes Hamburg sah, stand sein
Entschluss fest, dass dieses in seiner Form und Linienführung schnittige und
elegante Schiff als Vorbild für sein neues Großmodell dienen sollte.
Er setzte sich darauf hin mit den Howaldt-Werken auseinander und erhielt
freundlicherweise umfassende Pläne im Maßstab 1:100, die für seine Zwecke
bestens geeignet waren. Die Maßangaben rechnet er dann auf die
Größenverhältnisse um, die Ihm für sein Modell vorschwebten. Da unser Verein
damals gerade neue Räumlichkeiten bezogen hatte, gab es für die Größe nur noch
einen limitierenden Faktor: die Breite der Tür. Damit war dann auch der Maßstab
festgelegt. Im Maßstab 1:37 besaß das Modell folgende Abmessungen: Länge 5,1 m,
Breite 0,8 m und eine Höhe von 1,47 m.
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Der Rumpf wurde in bewährter Spantenbauweise auf einer Helling erstellt,
beplankt. Da der Rumpf für die Größe nicht stabil genug war, wurde er noch mit
GFK beschichtet. Danach ergab sich eine Wandstärke von 10 mm, was sich als
stabil genug herausstellte. Danach folgte eine Spachtel- und Schleiforgie, bis
der Rumpf eine perfekte Oberfläche zum Lackieren vorwies. Nach dem Lackieren
zeigte sich, dass die elegante Linienführung des Originals auch die Optik des
Modells bestimmte. |
Bilder vom Bau der
Maxim Gorki
Nun begann der eigentliche Modellbau, die Erstellung der Aufbauten und der
Beschlagteile. Die Aufbauten wurden zum großen Teil aus Polyesterplatten
erstellt, was sowohl Stabilität und Wasserfestigkeit garantierte. Eine große
Anzahl an Beschlägen und Kleinteilen vervollständigten das Modell.
Es wurden Tiefziehformen für die Rettungsboote erstellt und diese dann
tiefgezogen. Bohrschablonen für die Reelingsstützen wurden angefertigt. Teile
der Ankerwinden wurden aus Alu gedreht. Hydraulikkrähne wurden gefertigt. Davids
wurden aus Messingteilen hergestellt und sogar Liegestühle wurden gefertigt. Da
es für den Maßstab keine Teile zu kaufen gab, wurde alles bis ins letzte Detail
selber von Hand hergestellt.
Das Brückendeck wurde im Bereich der vorderen Aufbauten beim Bau als Schiebedach
gefertigt, um eine möglichst große Öffnung zum Ein- und Aussteigen zu haben. Ein
kleineres Problem war dann das Verlassen der Werft (die Vereinsräume), da sie
sich in einem ehemaligen Weinkeller ca. 8 m unter der Erden befand. Das Modell
musste nun über die breite aber hohe Treppe, die zu unseren Vereinsräumen führt,
nach oben gebracht werden. An einem Samstagvormittag im Mai 1979 wurde es mit
Hilfe eines Flaschenzuges, zweier Rollbretter und der Hilfe zahlreicher
Vereinskollegen langsam die Treppe hinauf ans Tageslicht gebracht und auf einen
bereitstehenden Bootsanhänger verladen. Ohne solch einen Anhänger ist das Modell
nicht mehr transportierbar. Nun wurden noch die elektrischen Einbauten
vorgenommen. Als Motorisierung wurde damals ein eine Kombination aus
Verbrennungs- und Elektromotor verwendet. Ein Viertaktmotor diente damals als
Antrieb zweier Lichtmaschinen, die je eine 12V / 172A Autobatterie speisten. Der
Antrieb der Schrauben erfolgte dann durch zwei 500 Watt Elektomotore. Da die
Batterien nur bei Bedarf nachgeladen werden mussten, war der Einsatz des
Verbrennungsmotors sehr selten. Aus Umweltschutz- und Gewichtsgründen wurde dann
der Verbrenner ausgebaut und auf 2 Elektromotore mit je 750 Watt umgestellt. Die
Antriebswellen und die Schiffsschrauben wurden selber aus Edelstahl hergestellt.
Die Anlenkung des Ruders geschieht über ein kleines Steuerrad, das mit
Bowdenzüge mit dem Ruder verbunden ist. Während des Betriebes stellte sich
heraus, das auf Grund der Größe des Modells und der etwas eingeschränkten
Sichtverhältnisse ein Ruderlageanzeiger hilfreich ist. Dieser wurde dann auch
nachgerüstet. Weiterhin sind folgende Instrumente eingebaut: Kompass, Echolot
(bis 150m Wassertiefe), Amperemeter, Voltmeter und eine Uhr. Zur Ausstattung des
Modells gehört neben der Fahrbeleuchtung, die diversen Showbeleuchtungen,
ein Typhon, eine Sirene, ein Durchsageverstärker, eine Musikanlage (mit
Minidisk) und tanzende Figuren auf dem Deck. Dazu wurden insgesamt ca. 5000
Arbeitsstunden aufgewendet.
Aber nun erstmal zur Jungfernfahrt. Diese erfolgte am 27.5.1979. Es fanden sich,
bei leichtem Nieselregen, zahlreiche Vereinskameraden und einige Spaziergänger
am damaligen Vereinsgewässer, dem Rebstockweiher in Frankfurt, ein, um dem
"großen Ereignisse" beizuwohnen. Die Hamburg wurde mit Arnold Sager als Kapitän
auf dem Bootsanhänger ins Wasser geschoben, bis sie aufschwamm. Ein kleiner
Schubs und die Hamburg löste sich vom Hänger. Arnold Sager drehte einige Runden
und kehrte zum Ufer zurück, wo ihn schon die Kollegen mit dem, bei so einem
Anlass üblichen Sekt, empfingen. Danach wurde noch etwas Ballst verschoben, bis
die Hamburg richtig im Wasser lag. Herr Sager beendete die Jungfernfahrt dann
zur Mittagszeit und das Modell wurde wieder auf den Bootsanhänger gezogen, was
einfacher als gedacht war.
Seit dem wurden etliche Veranstaltungen und Ausstellungen von Herrn Sager mit
seiner Hamburg, die mittlerweile wie das Original den Namen in Maxim Gorki
trägt.
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